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ÖPNV ist wichtig für wirtschaftliche Entwicklung, Teilhabe, Klima- und Ressourcenschutz.

Scrolle um zu beginnen

Der ÖPNV kann dazu beitragen, dass Personen auch ohne Privat-Pkw ihre Familie und Freunde sehen und ihren Arbeitsplatz erreichen können. Das ist sowohl in der Stadt als auch im ländlichen Raum wichtig: Knapp 10 Prozent der Bevölkerung leben im dörflichen Raum ohne Pkw. Auch sorgt der ÖPNV insbesondere dafür, dass Menschen mit niedrigem Einkommen ihre Wege von A nach B zurücklegen können.

Auch wirtschaftlich ist der ÖPNV wichtig: Er generiert bis zu drei Mal so viel Wertschöpfung wie er Kosten verursacht. Dabei wirkt er zum einen in der ÖPNV-Branche selbst, zum anderen stärkt er u. a. den Tourismus, den Einzelhandel und die Immobilienwirtschaft.

Station 1:

Linienverkehr ist besonders auf starken Achsen effizient.

Er kann aber jenseits dieser Achsen nicht alle Mobilitätsbedürfnisse erfüllen.

Oma Erna wohnt in einer Umlandgemeinde. Der Bus fährt halbstündlich ins Ortszentrum. Sie möchte ihre Freundin besuchen, die nicht an der Linie wohnt.

Um an ihr Ziel zu kommen, müsste sie also im Ortszentrum umsteigen. Dadurch würde die Fahrt über zwei Stunden dauern. Außerdem ist die Haltestelle 600 Meter von ihrer Wohnung entfernt.

In ländlicheren Regionen ist teils nur wenig Linienverkehr vorhanden.

Bundesweit haben 10 Prozent der Menschen keine Bushaltestelle mit mindestens 20 Abfahrten pro Werktag in 600 Meter Entfernung.

Dort bringt auch mehr Linienverkehr nicht immer die Lösung. Teilweise fahren Busse leer, weil die Linie oder die Abfahrtszeit nicht zu den Bedürfnissen vieler Menschen passt.

Der Mobilitätsbedarf ist räumlich und zeitlich oft so verteilt, dass er sich nur eingeschränkt im Linienverkehr bündeln lässt.

Zudem haben die allermeisten Menschen im ländlichen Raum mindestens ein Auto und sind es gewohnt, dieses zu nutzen. Wenn eine Routine erst einmal etabliert ist, ist es nicht leicht, sie zu ändern.

Auch im Stadt-Umland-Bereich hat das ÖPNV-Angebot teilweise Lücken.

Die Region Hannover hat z. B. ein sehr gutes ÖPNV-Angebot auch in den Umlandgemeinden.

Doch selbst hier ist es im Linienverkehr in den ländlicheren Gemeinden teils nicht möglich, von einem Ortsteil in den anderen zu kommen, ohne im Ortskern umsteigen und länger Busfahren zu müssen.

Ähnlich ist das im fiktionalen Lauental: Die Gemeinde Lauental liegt im Umland einer Großstadt. Sie besteht aus der Kernstadt Lauental und zwei kleineren Ortsteilen.

Es gibt eine gute ÖPNV-Verbindung von der Kernstadt Lauental in die Großstadt. Zwischen Lauental und den Ortsteilen kann man mit dem Bus gut mobil sein.

Will man jedoch von einem Ortsteil in den anderen fahren, muss man umsteigen. Die Fahrt dauert damit wesentlich länger als mit dem Pkw.

Auch innerhalb eines Ortsteils gibt es viele Orte, die mit dem Linienverkehr nicht gut erreichbar sind, z. B. dezentral liegende Arbeitsstätten (etwa Gewerbegebiete), Sportstätten, Einkaufseinrichtungen oder Sozialeinrichtungen.

Auch der Besuch von Familie oder Freunden kann mit dem Linienverkehr schwierig werden.

Dafür kann ein On-Demand-Verkehr hilfreich sein, mit dem man direkt von Unterlauental nach Oberlauental fahren kann – oder ins Unterlauentaler Gewerbegebiet.

Station 2:

On-Demand-Verkehre können einen Beitrag zum ÖPNV leisten – für die Grund­versorgung und als Ergänzung des Linienverkehrs.

On-Demand-Verkehre ermöglichen eine Grundmobilität, wenn es in bestimmten Gegenden keine Mobilitätsangebote gibt.

Beispielsweise gibt es einzelne Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, die kaum ein ÖPNV-Linienangebot haben. Hier schaffen On-Demand-Verkehre wie die "ILSE" in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte Abhilfe: Man kommt mit dem Rufbus stündlich von A nach B.

On-Demand-Verkehre ermöglichen eine Grundmobilität, wenn es in bestimmten Zeiträumen keine Mobilitätsangebote gibt.

Beispielsweise sorgt das On-Demand-Verkehr-Angebot „DALLI“ im Landkreis Oder-Spree für eine enorme Verbesserung der Bedienung insbesondere an Sonn- und Feiertagen sowie in den Ferien.

Durchgängige ÖPNV-Anbindung

Vor Einführung des „DALLI“ gab es im Landkreis viele Gebiete, in denen an Samstagen praktisch kein ÖPNV angeboten wurde.

Nach Einführung des „DALLI“ gibt es auch an Samstagen eine durchgängige ÖPNV-Anbindung im ganzen Landkreis.

Als älterer Mensch kann ich jetzt öfter meine Enkelin besuchen – mit dem Fahrrad bin nicht mehr so gut unterwegs.

Außerdem komme ich einfacher zum Arzt – und bin nicht mehr auf meine Tochter als Chauffeurin angewiesen.

Christina, Rentnerin

On-Demand-Verkehre ergänzen ÖPNV-Linien im Stadt-Umland.

Der "sprinti" in der Region Hannover ermöglicht es, mit dem ÖPNV – ohne umzusteigen – von einem in den nächsten Ortsteil zu fahren.

Die Start- und Zielpunkte der Fahrten mit dem "sprinti" verteilen sich auf alle Ortsteile der Gemeinden im Bediengebiet. Gerade für die Fahrten zwischen den Ortsteilen ist der "sprinti" attraktiv.

In diesen Fahrten spiegeln sich die Mobilitätsbedürfnisse, die der Linienverkehr in der Regel nicht gut abdecken kann.

Wir finden nun leichter Auszubildende. Unser Unternehmen liegt in einem Gewerbegebiet am Ortsrand; um hierher zu kommen, mussten Azubis im ÖPNV mindestens einmal umsteigen.

Dieser Zeitaufwand hat viele junge Menschen davon abgehalten, sich bei uns zu bewerben. Seitdem wir durch den On-Demand-Verkehr direkter an den ÖPNV angebunden sind, erhalten wir mehr Bewerbungen auf unsere Azubi-Stellen.

Michael, Unternehmer

On-Demand-Verkehre fungieren als Zubringer zum Schienen- und Buslinienverkehr.

Beispielsweise fährt das "MyShuttle"-Angebot des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) pro Bediengebiet jeweils einen Umsteigepunkt auf dem schienengebundenen Verkehr an.

Ich pendle jeden Tag zur Arbeit. Mit dem On-Demand-Angebot kann ich jetzt auch am Abend noch mit der S-Bahn nach Hause fahren.

Tanja, Angestellte

Station 3:

On-Demand-Verkehre können nachhaltige Mobilität im Stadt-Umland unterstützen.

On-Demand-Verkehre können Bestandteil umfassender Strategien für nachhaltige Mobilität sein.

Zukünftig sollte eine Mobilität ohne eigenen Pkw auch im Stadt-Umland ermöglicht werden.

Dazu können On-Demand-Verkehre beitragen.

Mobilität ohne eigenes Auto

So hat sich z.B. die Region Hannover in ihrem Verkehrs­entwicklungsplan VEP 2035+ das Ziel gesetzt, Mobilität ohne eigenes Auto auch in den Umland- Gemeinden stärker zu fördern.

Mobilität ohne eigenes Auto

Der Verkehrsentwicklungsplan VEP 2035+ zielt darauf ab, durch alternative Mobilitätsangebote – u. a. einem starken "sprinti" – ein Viertel der Pkw in der Region Hannover überflüssig zu machen.

Mobilität ohne eigenes Auto

Der "sprinti" trägt dazu bei, dass auch Ziele jenseits der Hauptachsen des ÖPNV gut erreichbar sind - nachhaltige Mobilität ist dann nicht mehr nur in der Großstadt attraktiv, sondern wird auch im Umland zu einer echten Alternative.

Familie Müller wohnt in einer Umlandgemeinde. Sie haben zwei Kinder und zwei Autos.

Seitdem es den "sprinti" gibt, kann Tochter Mia alleine zum Sport und wieder zurückfahren. Sohn Max kann alleine zu einem Freund fahren. Mutter Angelika nutzt den "sprinti", wenn sie abends später mit der S-Bahn von der Arbeit kommt und der Anschluss mit dem Bus schon weg ist. Auch Vater Paul fährt jetzt öfter mit dem "sprinti" zum Sport.

Wir überlegen jetzt, ob wir ein Auto abschaffen – mit dem "sprinti" ist das möglich.

Martin Müller, Familienvater

On-Demand-Verkehre können den ÖPNV stärken und dafür ganz unterschiedlich konzipiert werden.

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